Was man mal so mitnehmen kann II – Halbmarathon

Was man mal so mitnehmen kann II – Halbmarathon

Bereits zu Beginn des Trainings für den Schlickeralmlauf machte ich mir Gedanken was “man mal so mitnehmen kann“, wenn man eh gut trainiert ist. Selbstverständlich machen die läuferischen Ziele, die mit dem Training für den Berglauf gut vereinbar sind oder einfach davon profitieren hier am meisten Sinn.

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Weiterlesen: Masterplan Schlickeralmlauf

Daher standen bereits beim Erstellen des Masterplans für den Schlickeralmlauf die folgenden Neben-Ziele mit auf dem Programm:

  • Halbmarathon in 1:40 Stunden
  • 10-km-Bestzeit
  • 100 Meter Streckentauchen
  • Fitnesstests

Details dazu habe ich bereits ausgeführt. Vermutlich wird das Streckentauchen am schwierigsten zu erreichen sein, da aktuell aufgrund der Corona-Beschränkungen kein vernünftiges Training im Wasser möglich ist.

Mein erster Halbmarathon

Geplant war eigentlich, dass ich die Neben-Ziele erst nach dem Schlickeralmlauf angehe. Eine Ausnahme sollte die 10-km-Bestzeit sein, da hier im Mai und Juni geeignete Wettkämpfe an denen ich traditionell gern teilnehme, stattfinden würden. Darüber hinaus sah der Masterplan für den Schlickeralmlauf vor, dass ich mich zunächst quäle indem ich Tempoläufe und lange Läufe fokussiere, um dann die Bergläufe auszudehnen.

Aber wie das im Leben so ist: Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt…

In den vergangenen Wochen liefen die langen Läufe wirklich rund. Ich verlängerte die Strecke immer mehr und kombinierte die langen Läufe auch bereits seit längerem mit Tempoeinheiten. Das führte dann dazu, dass ich bei Läufen über 20 km immer mal wieder 10-15 Minuten schneller lief. Zuletzt lief ich dann die ersten 10 km in mäßigem Tempo (Pace: +- 5 min/km) und die letzten 10 km zügiger (Pace: +- 4:45 min/km). Da musste doch dann auch ein Halbmarathon in einer passablen Zeit drin sein.

Gesagt, getan: Am Freitag Morgen konnte ich sowieso nicht mehr schlafen – nachdem die ganze Nacht schon nicht so gut war. Also beschloss ich: Heute probiere ich es mal! Na was? Den Halbmarathon unter 1:40 Stunde zu laufen. Dazu würde ich eine Pace von 4:44 min/km durchgängig laufen müssen.

Also Laufschuhe an, AC/DC auf die Ohren und los ging es.

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Nachdem die ersten Kilometer nicht so rund liefen, ich jedoch trotzdem die angestrebte Pace halten konnte, lief es danach 10 km wirklich gut. Ca. bei Kilometer 13 hatte ich schon einen guten Vorsprung auf meine Pace rausgelaufen, so dass ich die letzten Kilometer zuversichtlich angehen konnte. Diese waren dann jedoch nochmal wirklich hart. Nichtsdestotrotz konnte ich dann aber sogar noch einen Endspurt auf den letzten beiden Kilometern hinlegen, um am Ende den Halbmarathon noch vorm Frühstück in 1:38:48 Stunden zu vollenden.

Gilt diese Zeit auch ohne Wettkampf?

Bisher nahm ich im meinem Leben zwar schon an diversen 10-km-Läufen, Marathons, Triathlons oder anderen sportlichen Veranstaltungen teil, ein Halbmarathon fehlte allerdings bisher auf meiner Liste. Bisher? Fehlt der nicht auch jetzt immer noch? Immerhin war ich diese Zeit und auch diese Strecke nur im Training gelaufen. Muss da jetzt nicht noch ein Wettkampf her?! Das ist ja so gar nicht offiziell!

Über diese Fragen habe ich lange nachgedacht und bin für mich selbst zu einem Ergebnis gekommen: NEIN.

In Zeiten von Corona finden aktuell keine Wettkämpfe statt. Es ist auch nicht absehbar wann es wieder soweit sein wird, dass ein regulärer Wettkampf stattfinden wird. Daher habe ich aktuell gar keine Möglichkeit diese Zeit in einem Wettkampf zu verifizieren.

Ich bin aktuell in der Form meines Lebens und möchte diese nutzen. Möglicherweise fällt auch der Schlickeralmlauf im September der Corona-Krise zum Opfer. Da möchte ich mich doch wenigstens durch andere Dinge motivieren und meine persönliche sportliche Höchstform nutzen. Für mich gilt daher in diesem Jahr: Zeiten und Erfolge gelten auch ohne Wettkampf.

Auch für den Schlickeralmlauf gilt dies. Allerdings könnte ich hier keinen Ersatzwettkampf vor der Haustür mit mir selbst ausfechten. Dazu aber an anderer Stelle mehr…

Wettkämpfe und sportliche Leistungen erbringe ich in meinem Leben nicht, um am Ende möglichst viele Urkunden und Medaillen an der Wand hängen zu haben. Vielmehr möchte ich mir selbst immer neue Ziele stecken und mir beweisen, dass ich es kann. Ich mache das für mich und nicht für andere. Daher gilt auch unter diesem Aspekt: Natürlich ist das jetzt meine persönliche Halbmarathon-Bestzeit. Ich bin sie gelaufen – ganz allein – nur für mich!

Wenn mich jemand nach meiner persönlichen Bestzeit auf der Halbmarathon-Distanz fragt, werde ich sie nennen. Bei anderen Zeiten musste ich in persönlichen Gesprächen schließlich auch nie eine Medaille oder eine Urkunde zum Verifizieren vorzeigen. Mir geht’s hier ja auch nicht ums Angeben oder Längenvergleich, sondern es war mein persönlicher Wunsch einmal den Halbmarathon unter 1:40 Stunden zu laufen.

Wie geht’s jetzt weiter?

Vermutlich wäre ich in einem Wettkampf noch schneller gewesen. Die besten Zeiten läuft man immer im Wettkampf – zumindest ist das bei mir so. Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie ich allein auf weiter Flur ohne, dass wir jemand zujubelt, mit läuft oder einfach durch die Anwesenheit weiterer Läufer Druck entsteht Vollgas zu geben, 10 km so schnell zu laufen, dass ich meine persönliche Bestzeit erreiche. Da muss ich mich einfach wirklich zu sehr quälen.

Daher spiele ich gedanklich immer noch mit der Idee im Herbst vielleicht doch noch an einem offiziellen Halbmarathon teilzunehmen. Das kommt aber nur in Frage, wenn ich bis dahin meine Leistung noch mehr ausbauen kann und die Zeit von 1:30 Stunden möglich erscheint.

Für die nächsten Wochen war nun eigentlich die Verbesserung meiner 10-km-Bestzeit geplant. Die Wettkämpfe hierzu sind jedoch alle bereits abgesagt. Wir werden sehen wie es hier weitergeht…

André

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2 Gedanken zu „Was man mal so mitnehmen kann II – Halbmarathon

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